Bedeutung freier Pistolen
Im Bereich der Waffen wird zwischen Jagd-, Sport- und freien Waffen unterschieden. Die freien Waffen sind dabei jedoch eine spezielle Form der Sportwaffen. Außerdem wird auch eine Disziplin beim Sportschießen als „freie Waffen“ bezeichnet. Diese Disziplin wird vom Deutschen Schützenbund (DSB) und von der International Sport Shooting Federation (ISSF) betrieben und überwacht.
Bei der sportlichen Disziplin „freie Waffen“ gelten bestimmte Regeln, die vom DSB auferlegt und kontrolliert werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel im folgende Regeln: So dürfen Mehrlader zum Beispiel nur als Einzellader betrieben werden. Dementsprechend müssen die freien Waffen eingestellt werden. Außerdem ist nur eine offene Visierung zulässig. Waffen mit einer geschlossenen Visierung dürfen an den Wettkämpfen nicht teilnehmen. Dies gewährleistet nicht nur Chancengleichheit. Als Kaliber für freie Waffen sind ausschließlich Munitionen des Kalibers .22 lfB, also Kleinkaliber erlaubt. Festgelegt ist auch, dass der Schuss nur mit der Schusshand ausgelöst werden darf. Und auch das Abstützen des Handgelenkes der Schusshand ist nicht erlaubt. Das Handgelenk der Schusshand muss beim Wettkampf frei beweglich bleiben. Erlaubt ist, dass das Abzugsgewicht der Waffe mit der bloßen Hand verstellt werden darf.
Da es sich bei den Waffen um freie Waffen handelt, unterliegen sie im Bezug auf Abzugs- und Waffengewicht sowie Abmessungen der Waffen keinen Regelungen. Aus diesem Grund sind vor allem sehr niedrige Abzugsgewichte für die freien Waffen sehr typisch. Außerdem sind freie Waffen oftmals mit orthopädischen Griffen ausgestattet, sodass sie besser und optimal in der Hand liegen. Auch die Visierlänge ist bei diesen Waffen meist länger als bei üblichen Sportwaffen. Somit kann ein noch präziseres Zielen ermöglich werden. Auch bei den Abzugsmechanismen gibt es Abweichungen. So setzen manche Hersteller auf elektronische Mechanismen, die anders als eine herkömmliche Mechanik den Schuss mittels eines elektrischen Impulses abfeuern.
Neben den Waffen gilt die Bezeichnung auch noch für die Sportart. Dabei handelt es sich um die Königsdisziplin in Sportschützenkreisen. Dies basiert vor allem auf dem sehr hohen Konzentrationsvermögen, was dem Sportschützen in dieser Disziplin abverlangt wird.
Bei der Disziplin „freie Waffen“ wird auf eine Entfernung von 50 Metern geschossen. Die „1“-Zielscheiben haben einen Durchmesser von 500 mm, die „10“-Zielscheiben haben einen Durchmesser von 50 mm. Es gibt zum einen das „große“ Programm mit 60 Schuss in 120 Minuten und das „kleine“ Programm mit 30 Schuss in 60 Minuten. Bei einem Wettkampf werden pro Scheibe zehn Schuss abgegeben, bevor diese gewechselt wird.
